Geometrische Formen und asiatische Elemente

Ein lebendiges Koi-Becken als Himmelsspiegel

Unter sogenannten „Wassertischen“ versteht man in der Regel erhabene, möglichst dunkle, monolithisch anmutende Blöcke, die von Wasserfilmen überspült, wie ein Spiegel wirken. Bei ihnen bestehen keinerlei Gefahren, ins Wasser fallen zu können. Daher werden sie von Familien mit kleinen Kindern häufig als „Ersatz“ für Wasserbecken im Garten verwendet.

Denselben Effekt der Spiegelung von Himmel und Hintergrund haben auch die Reflection-Pools, welche aus demselben Grund oft nur mit sehr geringer Wassertiefe gebaut werden. Beide Arten, Wassertische und Reflektions-, oder Spiegelbecken sind natürlich nicht geeignet für die Haltung von Fischen. Aber genau dieser Wunsch nach der Anlage eines Lebensraumes für Koi-Karpfen als zentraler Bestandteil eines modernen Gartens war bei diesem Projekt gegeben und somit der Grundstein für die Planung eines Wasserbeckens, welches eine Kombination bildet aus tiefem Koi-Teich, einem erhabenen Wassertisch und einer reflektierenden, spiegelnden Wasserfläche. Koi-Karpfen wirken durch ihre langsamen Bewegungen auf viele Menschen sehr beruhigend und üben eine fast magische Faszination auf ihre Betrachter aus. Schnell kann daraus eine echte Leidenschaft entstehen. Umso wichtiger war es hier, das Koi-Becken in unmittelbarer Nähe zur Terrasse zu platzieren.

Die Koi-Karpfen in diesem Garten sind für die Eigentümer inzwischen gleichermaßen handzahme Haustiere als auch (nicht nur für die Kinder) fester Bestandteil der Familie geworden. Sie lassen sich streicheln und man kann sogar mit Ihnen baden. Eine professionelle, biologische Wasseraufbereitung liegt im hinteren Teil des Gartens verborgen hinter der Pflanzung und sorgt ganzjährig für glasklares Wasser. Die Einfassung des Beckens aus Natursteinen wurde gemeinsam mit Spezialisten auf die Bedürfnisse und den neugierigen Charakter der Fische hin entwickelt. Das Profil dieser Einfassung ermöglicht einen randvollen Wasserstand knapp vor dem Überlaufen, verhindert aber gleichzeitig das Herausgleiten der Kois. Die Reduzierung des Becken-Designs auf eine klare, geometrische Form steht im gewollten Gegensatz zu den sonst geläufigen und eher verspielt angelegten Koi-Teichen mit ihren Miniatur-Landschaften und entspricht dem gestalterischen Konzept einer geraden, architektonischen Linienführung für diesen Garten. Kontrapunktisch hierzu wurden die pflanzlichen Elemente auflockernd gesetzt.

Man findet neben Gräser-Feldern, die sich bereits im leichten Wind bewegen, wolkig gesetzte Formationen aus Zwerg-Kiefern und Buchsbäumen. Eine malerische, zweistämmige Föhre überragt mit Ihrer asymmetrisch-windschiefen und transparenten Krone die Terrasse. Den hinteren Abschluss des Gartens bildet die ehrwürdig anmutende Kulisse aus mächtigen Rhododendron. Auffälligstes Solitärgehölz am Koi-Becken ist aber die originale Groß-Bonsai-Kiefer aus der Region um Nagano (Japan). Diese bildschönen und kostbaren Pflanzen werden in jahrzehntelanger Arbeit von Hand zu solchen Meisterwerken geformt. Es sind immer absolute Unikate von unverwechselbarem, einzigartigem Habitus. Der jährliche Schnitt dieser Kiefer erfolgt von einem Spezialisten, der die Kunst des Bonsai-Schneidens in Japan erlernt hat.

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Sebastian Jensen

Garten- und Landschaftsarchitekt

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