Revitalisierung eines Familiengartens

Neuer Charme für ein klassisches Familien-Anwesen

Auf Basis der vorhandenen Situation und der ersten Umplanungsvorschläge eines anderen Gartendesigners wurden für das gesamte Grundstück optimale Verbesserungsmöglichkeiten entwickelt. 

Der Wunsch nach Erneuerung ihrer in die Jahre gekommenen, allerdings liebevoll von einer Gärtnermeisterin gepflegten Außenanlagen auf diesem in einer ruhigen Wohnstraße gelegenen Grundstück nördlich von Lübeck war bei unseren Auftraggebern verbunden mit dem Ziel, gleichzeitig auch eine Optimierung der bisherigen, beengten familiären Park- und Rangierflächen im Vorgarten zu finden sowie den Bau eines Doppel-Carports und ein wesentlich ansprechenderes Materialkonzept für die Terrassen und Wege umzusetzen. Demzufolge widmeten wir uns planerisch zunächst umgehend der Entwicklung neuer Lösungen und Verbesserungsvorschläge für die bestehenden Zeichnungen. Als Resultat entstand daraus ein Masterplan, in dem nun alle Fragen und Wünsche der Familie berücksichtigt waren und den es in der Folgezeit umzusetzen galt. Ein Großteil der vorhandenen Pflanzen konnte übrigens im neuen Konzept wiederverwendet werden. Dafür wurden die erhaltenswerten Gehölze und Stauden noch im alten Garten markiert, behutsam ausgepflanzt, nach Arten und Farben sortiert und an anderer Stelle neu gruppiert.

Es war zwar naheliegend, die Architektur des Hauses mit ihrer (zumindest äußerlichen) spiegelsymmetrischen Hauptachse auch bei der räumlichen Entwicklung der Gartenflächen weiter zu führen, allerdings stellte sich schnell die Frage nach dem Sinn von zwei symmetrisch angeordneten, gleichgroßen Terrassen im Garten, von der die eine erstens zu weit von der Küche und zweitens ungünstig im Schatten angrenzender Bäume gelegen hätte. 

Die innere Nutzung des Hauses, die asymmetrische Anordnung der Räume, die Lage der Küche mit ihrer hauptsächlich genutzten Tür zum Garten, der Ausblick aus dem Esszimmer sowie der Wohnräume sorgten letztendlich für die Erkenntnis, dass das Prinzip „form follows function“ und die Beachtung der Himmelsrichtungen auch in diesem Fall die besseren Gestaltungsgrundlagen bei der Gartenplanung seien. So wurden zumindest unter Berücksichtigung symmetrischer Grundzüge die Terrassenflächen ihrer Nutzung entsprechend und die Pflanzflächen ihrer Sonnenausrichtung entsprechend entwickelt.

Ausdrücklicher Materialwunsch der Auftraggeber war oberbayrischer Muschelkalk, den Freunde der Familie ihrerseits auch im Garten verwendet hatten. Dieser freundlich wirkende Naturstein besticht sowohl in seiner Haptik (100 % barfuß-tauglich) als auch in seiner weder zu hellen noch zu dunklen Farbe.

Als Antwort auf die leicht ansteigende Topografie des Grundstücks zum Garten hin wurden großzügige, breite Stufen als Abschluss der Hauptterrasse geplant, die auch zum Sitzen einladen. Ortsnahe Standorte für Kissentruhen und/oder den Gartengrill gehören ebenso zum Konzept wie der Mähroboter mit einer umlaufenden Einfassung der Rasenflächen.

Ein Lieblingsplatz im Garten mit „Premiumblick“ auf das Haus sollte in keinem Garten fehlen und wurde hier, überdacht von vier schirmförmig gezogenen Crataegus prunifolia ‚splendens‘ (Pflaumendorn) in Form eines schönen Holzdecks etabliert. Das schlichte Wasserbecken sorgt bei Bedarf für ein leises Plätschern im Hintergrund.

Die Bepflanzung besticht im Frühjahr mit ihrem reichlichen Zwiebelflor sowie im Sommer mit den aus dem alten Garten wieder verwendeten Stauden und Hortensien. Wege werden gesäumt von Hakonechloa macra (Japanwaldgras). Überwiegend weiße Blüten geben zusammen mit den immergrünen Strukturen und Formgehölzen ein klassisches Bild von hoher Wertigkeit.

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Kein Projekt ist uns zu klein oder zu weit. Wir kommen mit unserer Erfahrung zu Ihnen. Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf!

Sebastian Jensen

Garten- und Landschaftsarchitekt

E jensen@hamburg.de
T +49 40 82 49 29